
Frankfurt hat die gesetzliche Wärmeplan-Deadline am 30. Juni 2026 verpasst und steht damit fast allein unter Deutschlands Großstädten da. Was das für die Klimaw
Es ist offiziell: Frankfurt hat die gesetzliche Frist für den Kommunalen Wärmeplan (KWP) verpasst. Der 30. Juni 2026 war der Stichtag – und die Mainmetropole hat ihn schlicht nicht eingehalten. Was besonders bitter ist: Frankfurt steht damit fast allein da unter Deutschlands Großstädten. 72 von 80 deutschen Großstädten haben geliefert. Frankfurt nicht.
Die Linke bringt es auf den Punkt: „Ziemliche Panne.“ – Und ehrlich gesagt kann man dem kaum widersprechen.
Das macht die Sache noch frustrierender: Wiesbaden hat seinen Wärmeplan fertig. Oberursel hat ihn fertig – obwohl Städte unter 100.000 Einwohner eigentlich noch zwei weitere Jahre Zeit gehabt hätten! Und dann schauen wir uns die ganz Großen an: Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Augsburg, Kiel, Lübeck, Rostock, Freiburg – alle haben ihre Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen. Manche sogar schon vor mehr als einem Jahr.
Frankfurt hingegen – eine der bedeutendsten Metropolen Deutschlands, „Der Sound der Weltstadt“ – schafft es nicht, das Konzept rechtzeitig förmlich zu beschließen. Dabei geht es hier um nichts Geringeres als die Frage, wie die Stadt ihre Wärmeversorgung künftig klimafreundlich gestalten will. Das ist keine Kleinigkeit – das ist ein zentrales Thema der Klimawende.
Der Kommunale Wärmeplan ist kein bürokratisches Papiertiger-Projekt. Er legt fest, wie Stadtteile künftig beheizt werden sollen – ob mit Fernwärme, Wärmepumpen, Wasserstoff oder anderen Technologien. Für Hausbesitzer und Mieter in Frankfurt ist das knallhart relevant: Wer weiß, welche Heizlösung in seiner Straße oder seinem Viertel die Zukunft ist, kann bessere Entscheidungen treffen. Ohne diesen Plan tappt man im Dunkeln.
Dass das Interesse der Bevölkerung von Anfang an groß war – wie etwa bei der Infoveranstaltung im Haus am Dom im Juni 2025 – zeigt: Die Frankfurterinnen und Frankfurter wollen wissen, wo die Reise hingeht. Die Stadt schuldet ihnen diese Antwort.
Die entscheidende Frage ist: Wie geht es weiter? Frankfurt muss jetzt liefern – und zwar schnell. Der Druck aus der Stadtgesellschaft, von der Politik und nicht zuletzt vom Gesetz ist real. Eine der wichtigsten Städte Deutschlands kann es sich schlicht nicht leisten, bei der Klimawende dauerhaft hintenzuliegen.
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