
Ukrainische Pianistin Karyna Alieksieieva floh aus Sumy und fand in Frankfurt-Höchst ein neues Zuhause und eine Stelle als Musiktherapeutin. Am 11. Juli spielt
„Karyna, Krieg ist gestartet. Krieg ist gestartet.“ – Diese Worte ihrer Mutter rissen Karyna Alieksieieva am 24. Februar 2022 um 5 Uhr morgens aus dem Schlaf. Die ukrainische Pianistin aus Sumy hielt es zunächst für einen schlechten Scherz. Doch die grausame Realität ließ keinen Zweifel: Ihr Leben würde sich von diesem Moment an für immer verändern. Eine Geschichte, die uns hier in Frankfurt direkt berührt – und zeigt, wie viel Kraft in der Musik steckt.
Fast ein Jahr nach Kriegsbeginn fasste Karyna den Entschluss zur Flucht. Ihr Ziel: Frankfurt. Genauer gesagt Frankfurt-Höchst – ein Stadtteil, der für viele Neuankömmlinge ein erstes Zuhause geworden ist. Die Entscheidung zur Flucht fiel ihr alles andere als leicht, denn ihre Familie blieb zurück. Und der Krieg machte auch vor ihren Liebsten nicht halt: Vor wenigen Wochen fiel eine Bombe auf das Haus ihres Vaters und ihres Bruders. Eine Nachricht, die kaum in Worte zu fassen ist.
Doch Karyna hat sich nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil: Die ausgebildete Pianistin hat in ihrer neuen Heimat nicht nur eine Wohnung gefunden, sondern auch einen Job, der ihre musikalische Leidenschaft mit dem Wunsch verbindet, anderen Menschen zu helfen – als Musiktherapeutin.
Musiktherapie ist weit mehr als nur schöne Klänge. Sie hilft Menschen dabei, Traumata zu verarbeiten, innere Stärke zu finden und wieder Boden unter den Füßen zu spüren. Für Karyna schließt sich damit ein Kreis: Die Musik hat ihr selbst durch die dunkelsten Zeiten geholfen – und genau das gibt sie jetzt weiter. Der Sound der Weltstadt Frankfurt bekommt durch Geschichten wie ihre eine ganz besondere Tiefe.
Und live zu erleben ist Karynas Talent schon bald: Am 11. Juli spielt sie bei den Sommerkonzerten in der Höchster Stadtkirche. Am großen Konzertflügel probt sie bereits mit voller Hingabe für diesen Auftritt. Die Evangelische Kirchengemeinde lädt herzlich ein – der Wochenmarkt am Samstagmorgen und das Konzertprogramm machen Höchst an diesem Tag zum echten Kulturerlebnis.
Karynas Geschichte steht stellvertretend für viele Menschen, die seit Kriegsbeginn in unserer Stadt ein neues Zuhause gefunden haben. Frankfurt-Höchst hat ihr nicht nur ein Dach über dem Kopf gegeben, sondern auch eine Bühne. Das beste Programm im Main-Gebiet entsteht eben nicht nur im Radio – sondern auch in Stadtkirchen, auf Wochenmärkten und in Therapieräumen, wo Menschen wie Karyna täglich Außergewöhnliches leisten.
Wenn ihr also am 11. Juli nichts vorhabt: Kommt vorbei, hört rein – und erlebt, wie aus Schmerz und Stärke echte Musik wird. Jetzt reinhören und vormerken!






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