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Champagnerdusche statt Klimawende? Frankfurt protestiert gegen Mainova-Energiepläne

Demo in Frankfurt: Aktivisten protestieren gegen Mainova-Energiepläne und fordern sofortigen Gasausstieg. Wasserstoff-Heizen? Zu teuer, sagen sie!

Dominic Baum
·
1. Juli 2026

Demo vor dem Palmengarten: Frankfurt macht Druck auf Mainova

Frankfurt macht mal wieder klar, was Sache ist – und das lautstark! Am Mittwochmorgen versammelten sich Mitglieder des Frankfurter Bündnisses Wärmewende und von Attac Frankfurt vor dem Palmengarten-Gesellschaftshaus, um ein deutliches Zeichen zu setzen: So kann’s nicht weitergehen! Anlass war die Mainova-Hauptversammlung, bei der es um die Energiezukunft unserer Stadt geht – und um Gewinne, die viele als unfair empfinden.1

Der Sound der Weltstadt Frankfurt ist bunt, laut und engagiert – und genau das hat diese Demo bewiesen. Mit symbolisch platzenden Gas-Luftballons, auf dem Boden verteilten Geldscheinen und einer Aktivistin, die Bundesenergieministerin Katherina Reiche (CDU) darstellte und mit einer Champagnerflasche winkte, wurde die Botschaft unmissverständlich rübergebracht: „Heizen mit Wasserstoff ist wie Duschen mit Champagner!“1

Was die Demonstrierenden fordern

Die Forderungen sind klar und konkret. Kein Herumreden, kein Kleingedrucktes – hier sind die Kernpunkte des Protests:

  • Sofortige Planung der Gasnetz-Stilllegung – Schluss mit dem Zögern!
  • Klimaneutrale Fernwärme – und das sozial verträglich für alle Frankfurterinnen und Frankfurter
  • Kein Wasserstoff-Heizen – zu teuer, zu ineffizient, eine Ablenkung vom echten Wandel
  • Beschleunigter Gasausstieg – spätestens jetzt, nach der jüngsten Hitzewelle

Linken-Stadtverordneter Alexis Passadakis brachte es auf den Punkt: Die Extra-Profite aus dem Gas- und Fernwärmegeschäft gingen auf dem Rücken der Mieterinnen und Mieter, während viele Menschen während der Hitzewelle Angst um ihre Gesundheit hatten.1

Rekordstromverbrauch während der Hitzewelle – ein Weckruf

Und die Zahlen sprechen für sich: Während der Hitzewoche stieg die Tageshöchstlast im Frankfurter Stromnetz auf über 900 Megawatt – an zwei aufeinanderfolgenden Tagen! Im Vorjahr lag der Wert noch bei etwa 850, davor knapp über 800 Megawatt. Der Grund? Klimaanlagen und Kühlung fressen massiv Strom. Mainova-Vorstand Peter Arnold kündigte zwar Investitionen in die Stromnetze an, deren Leistung sich in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln soll – aber für die Demonstrierenden reicht das bei Weitem nicht aus.1

Johanna Sommer von Fridays for Future stellte die entscheidende Frage direkt und schonungslos: „Wie viele Hitzetote braucht es noch, bis die Mainova umsteuert?“ Wenn Frankfurt bis 2035 wirklich klimaneutral sein will – und das ist das erklärte Ziel der Stadt – dann müssen Gaskraftwerk und Gasnetz irgendwann abgeschaltet werden. Die Frage ist nur: Wann?1

Selbst Klimadezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Grüne), die als Gast zur Hauptversammlung kam, stimmte dem zu: Auf den Ruf der Demonstrierenden antwortete sie lächelnd mit einem klaren „Ich weiß!“ – ein Signal, dass die Botschaft angekommen ist. Bleibt zu hoffen, dass daraus auch Taten folgen.1

Frankfurt muss jetzt handeln – nicht irgendwann

Die Demo vor dem Palmengarten zeigt: Das beste Programm im Main-Gebiet läuft nicht nur auf Sendung – es spielt sich auch auf den Straßen unserer Stadt ab. Frankfurt ist eine Weltstadt mit Haltung, und die Menschen hier lassen sich nicht abspeisen. Die Klimakrise ist keine abstrakte Zukunftsvision mehr, sie ist längst Realität – mit Rekord-Stromverbräuchen, Hitzetoten und steigenden Energiekosten, die vor allem die treffen, die es sich am wenigsten leisten können.1

Die Forderung ist eindeutig: Raus aus dem Gas, rein in eine echte, soziale und klimaneutrale Wärmewende. Für Frankfurt. Für uns alle.

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Quellen

  1. Demo in Frankfurt: Protest gegen Energiepläne
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